Erlebnisbericht Workshop Polen 2020


Siegerfoto des Workshops „Was fühle ich im KZ“ auf der Gedenkstättenfahrt „Jugend erinnert“ im Konzentrationslager Museum in Stutthof bei Danzig. Foto eingereicht von Sophia.

 

.30 Jugendliche aus Lübeck und Umgebung, hauptsächlich aus Moisling, Buntekuh und Hudekamp haben sich jeweils 8 Tage mit den schrecklichen Taten der Nazideutschen und deren Opfern auseinandergesetzt.

Wir haben in verschiedenen Workshops das Leben der Häftlinge studiert und Gründe aufgedeckt, wieso diese schrecklichen Taten überhaupt möglich waren.

Ergänzend haben wir uns mit unseren heutigen Grundrechten beschäftigt und darüber gesprochen, ob so eine Zeit sich wiederholen könnte und ob es Tendenzen in diese Richtung bereits gibt.

Zitate des einstimmigen Ergebnisses: „…ich habe gelernt, dass wir es heutzutage viel besser haben…“ „…wir haben unsere Zukunft selbst in der Hand…“ „…das wir auf unsere Grundrechte aufpassen müssen…“ „…ich hätte nicht gedacht, dass Menschen unter Umständen so schnell  bereit sind zu morden…“ „…dass man so viele neue Infos bekommt und sie leicht verständlich erklärt werden und man alles ansehen und vieles anfassen kann…

Scarlet während einer Essenspause auf der Hinfahrt nach Polen. Getränke standen bei der Hitze immer bereit.

Teilnehmer und Bernd auf dem Original Bahnsteig, auf dem die KZ-Häftlinge angekommen sind und in die Kleinspurbahn getrieben wurden für den Transport ins Konzentrationslager.

Kurze Fahrt mit der Kleinspuhrbahn auf der Todesstrecke zum Konzentrationslager und der Versuch sich die Fahrt der Häftlinge vorzustellen.

   Ankunft der Teilnehmer am „Waldbahnhof“, direkt am Konzentrationslager. Noch wirkt alles schön und friedlich.

Freundlicher Empfang und Begrüßung durch die Schulungsleiterin Malgorzata des KZ obwohl das Personal zu Homeoffice eingeteilt ist. Als Wertschätzung unserer Workshops und sehr zu unserer Freude bekam jeder Teilnehmer eine Gedenknadel mit dem Original Fingerabdruck eines überlebenden KZ-Häftlings geschenkt, die in limitierter Sonder-Auflage extra für das 75-jährige Bestehen des KZ-Museums angefertigt wurde.

Start der Führung durch das KZ. Den Teilnehmern wurde jedes bekannte Detail des Betriebs erklärt und jede Frage beantwortet. Schon hier ergaben sich viele Diskussionspunkte, die wir in den verschiedenen Workshops behandelt haben.

Leider konnten wir wegen des Corona nicht in alle Baracken des KZ aber was die Teilnehmer von außen zu sehen bekamen war schockierend genug.

Bernd gibt Erklärungen neben den Originalwagons, in den die Häftlinge. Frauen, Männer, Kinder und Babys, unter unmenschlichen Umständen transportiert und auch ermordet wurden. Ganz in der Nähe der Gaskammer und des Krematoriums.

Zu erfahren und direkt am Schauplatz der Verbrechen zu stehen, betrübt alle Teilnehmer. Regina sieht man die Trauer direkt an.

Weil das Schulungsgebäude des KZ wegen Corona geschlossen hatte haben wir unsere Workshops in den Seminarraum in Nowe Dwor verlegt. Hier wurden an allen Tagen die Fragen der Teilnehmer beantwortet, vorbereitete Themen bearbeitet und heiß diskutiert, weil es auch Fragen und Dinge gibt, auf die es keine endgültige Antwort gibt.

Beim Besuch der Westerplatte, mit deren Beschuß durch das deutsche Schulschiff „Schleswig Holstein“ der 2. Weltkrieg begann und auf dem es ein Außenlager des KZ Stutthofs gab, wollten wir eigentlich nur eine Erbsensuppe aus der Goulaschkanone essen.

Der Koch, auf dem Bild als Offizier in Uniform, war ein Mitarbeiter des Museums auf der Westerplatte und hat uns spontan vieles über die Westerplatte erklärt und unsere Teilnehmer eingeladen, mit der Kanone „scharf“ zu schießen. Dazu mussten die Teilnehmerinnen die polnischen Kommandos lernen und die Kanone unter Aufsicht entsprechend bedienen.

Das war ein tolles Erlebenis für die Teilnehmer und die inzwischen dazugekommenen Zuschauer. Nachdem wir die gestellten Aufgaben erfüllt hatten hat der Offizier den polnischen Zuschauern erklärt, was wir Euro Kidz in Polen und Deutschland machen, haben sich die Zuschauer mit einem großen Applaus bedankt.

   

Unsere Euro Kidz stellen sich jeder Herausforderung und zeigen keine Angst.

Weil wir viele Aktivitäten nach draußen verlegt haben, sind wir auch zum Führer Hauptquartier Ost genannt „Wolfsschanze“ gefahren. Dort haben wir erfahren, dass die riesige Bunkeranlage von der Organisation Todt mit Zwangsarbeitern gebaut wurde. Aber wir haben auch erfahren, dass sich deutsche gegen Hitler gestellt haben. Hier fand auch das missglückte Attentat auf Hitler durch den Grafen von Staufenberg statt. Wir standen direkt neben den Grundmauern der explodierten Baracke.

 

Wir können die alten Zeiten nicht ungeschehen machen, wollten aber mit der Niederlegung der Blumen unsere Trauer und Ehrfurcht vor den ermordeten Häftlingen zeigen.

Die beiden jüngsten Teilnehmer, Ashley und Denise, legen die Blumen vor dem Denkmal nieder.

Das eingereichte Foto von Aleyna.

Unsere Generation trägt keine Schuld an dem was in der Nazizeit geschehen ist.

Aber wir haben die Pflicht aufzupassen, dass so etwas Schreckliches nie wieder geschehen kann.

Gefördert wurden wir durch das BMFSFJ.

 

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